In diesem Blog möchten wir die Möglichkeit geben, unseren Aktivitäten und dem Fortschritt der EULE zu verfolgen. Berichten möchten wir über unsere Aktivitäten in der Selbstversorgung und dem Ausbau des Hauses. Des Weiteren geben wir einen kleinen Einblick, wie es ist, in einer Gemeinschaft zu leben.

Wie konzentrieren uns voll und ganz auf den Aufbau der EULE und machen diesen Blog so einfach wie möglich. Es gibt daher keine Formulare, Kommentarfunktionen oder andere technische Raffinessen. Wer Fragen und Informationen hat, kann uns gerne eine Mail an info@eule-boblas.de schicken.

Wir sind weder Bauprofis, noch kennen wir uns bisher im Gemüseanbau oder der Selbstversorgung aus. Es ist daher nicht unser Ansinnen zu zeigen, wie es geht, sondern alle Interessierten mit auf den Weg zu nehmen.

Übersicht

08.06.2022 Wasserfässer aufstellen und Weg zu Wilma anlegen

Um möglichst viel Regenwasser zum Gießen zu gewinnen, wollen wir viele Wasserfässer aufstellen. Um auch gut an das Wasser ran zu kommen, müssen die Fässer höher gestellt werden. Neben unseren Bauwagen wollen wir zwei Fässer stellen. Das war unsere Aufgabe für heute.

 

Das Bild zeigt die Startbedingung. Ein unebener Lehmboden neben dem Bauwagen (Wilma)  und das erste Wasserfass, welches das Wasser der hinteren Dachrinne aufnehmen soll. Auch zu sehen sind ein paar Gewegplatten, die wir auf die Schnelle zum Wagen gelegt hatten. Wenn es regnet wird der Lehmboden sehr schnell zu einer gefährlichen Rutschpartie. Ziel für war es, das Regenfass sicher und stabil aufzustellen, des Weiteren ein weiteres Fass aus dem Garten zu holen und ebenfalls aufzustellen. Bonusziel war den Weg neu zu machen, den Boden zu ebnen und etwas anzusäen. 

 

Als erstes haben wir das  bisher stehende Wasserfass ausgekippt und entfernt. Sofort stellte sich damit die schon angedeutete Rutschpartie ein. Das Ganze hat aber auch noch einen Vorteil, wie wir ein wenig später festgestellt haben.

Nach einer ersten Analyse haben wir beschlossen, die Fässer mit Ziegelsteinen (von denen wir mehr als genug haben) zu unterlegen. Da wir eine gewissen Höhe haben wollten, war mir das einfache Stapeln der Ziegelsteine nicht sicher genug. Und da zeigte ein kurzer Test, das der Boden dort den besten Lehm bietet. Die Rutschpartie hatte also auch Vorteile. So hatte ich quasi den Zement direkt vor den Füßen. Wenn ich mehr gebraucht habe, einfach Wasser drauf und fertig.

 
 

Da wir zwei Fässer aufstellen wollen, habe ich zwischen den beiden Fässern eine richtige kleine Mauer gemacht, auf der wir denn auch etwas abstellen können.

 
 

Schließlich waren die Stützen fertig und wir konnten das erste Fass aufsetzten. Das zweite Fass haben wir aus dem Garten geholt (war gar nicht so einfach) und auch auf die vorbereiteten Stützen gebracht. Es steht sogar perfekt im Wasser (ich bin ein bisschen Stolz 😉 )

 
 

Wir haben denn noch Splitt zwischen den Fässern verteilt, damit es keine Rutschpartie gibt, wenn man dort mit Wasser hantiert und auch die Brennesseln keine Überhand gewinnen. Zu guter Letzt haben wir den kompletten Bereich vor Wilma gelockert, begradigt und Wegplatten auf Splitt neu verlegt. Zur Krönung haben wir am Ende noch Blumen in den Boden gesät. Damit war das Tagwerk getan und das Ziel erreicht.

Jetzt müssen wir noch die Dachrinnenabflüsse in die Fässer führen. Dafür müssen wir wohl mal eine Ausfahrt zum Obi machen.

 

Wie sieht ein typischer Tag in der Gemeinschaft aus?

Ich möchte in diesem Blogbeitrag einmal einen typischen Tag in unserer Lebensgemeinschaft beschreiben. Aktuell ist die Johanna neben der Arbeit auf dem Hof in ihrer Praxis tätig. Jule und ich können aktuell die ganze Zeit in die Arbeit auf den Hof stecken. Jeder von uns hat seine Aufgaben. Wir starten morgens zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, dokumentieren den vergangenen Tag und planen den neuen Tag. Wir haben drei Bücher zur Dokumentation: Das Pflanzbuch mit der Dokumentation über unsere Pflanzen, unser Logbuch mit der Dokumentation unserer Tätigkeiten, sowie die Dokumentation unserer Arbeitsstunden für den Umbau/Ausbau des Hauses. 

Bereits vor dem Frühstück starten wir den Tag mit Meditation, Pflanzencheck, Schnecken absammeln und Frühstücksvorbereitungen. Jeder hat morgens seine Aufgaben. Die Jule ist unsere Pflanzenflüsterin, während die Johanna sich um die Ordnung im Wagen kümmert und ich das Frühstück zubereite.

Nach der Planung des Tages starten wir mit den Arbeiten. Die Johanna fährst meist in die Praxis und Jule und Ich starten mit den Arbeiten auf dem Hof. Mittags koche ich etwas zu essen (natürlich auch für die Johanna am Abend).

Am Dienstag ist mein Küchentag, ich backe Brot und mache Brotaufstriche. Davor kaufe ich die Lebensmittel die wir noch benötigen ein.

Am Samstag haben wir meist unseren „Lommeltag“ unser freier Tag ab dem jeder tut was er möchte. Grundsätzlich sprechen wir allerdings nicht von Arbeit und nicht Arbeit, wir leben die Gemeinschaft und die Tätigkeiten auf dem Hof.

 
 
 

25.05.2022 Den Gewölbekeller restaurieren

Auf dem Hof befindet sich ein Gewölbekeller. Der Keller befindet sich nicht unter dem Haupthaus, sondern im Garten. Wir haben bereits im Oktober 2021 die Natursteinwand an der Treppe repariert und zum Teil neu aufgebaut. Im Keller befanden sich noch über 50 Konserven, die wohl seit 50 Jahren in dem Keller sind. Ein Beweis, dass Einkochen definitiv für lange Zeiten möglich ist. Als erstes haben wir sämtliche Konserven ausgeräumt und diese auf den Kompost entsorgt. Sie wären zum Großteil tatsächlich noch essbar gewesen, machten denn aber doch nicht mehr so den gehaltvollen Eindruck. Wir haben denn bei einer genaueren Untersuchung festgestellt, dass das Regal im unteren Teil komplett verrottet ist. Daher haben wir entschieden, ein neues Regal zu bauen bzw. die defekten Teile auszutauschen. Während die Jule den Keller gesäubert hat und die ganzen Gläser auf den Kompost gebracht hat, habe ich das neue Regal gebaut und das Holz abgeflammt. Später habe ich das Regal komplett montiert und an den Wänden verankert, die Tür mit einem neuem Verschlussmechanismus versehen und wieder leicht gangbar gemacht. Zuletzt habe ich denn noch die Treppe gesäubert.

 

Wie ein Beet entsteht

Nach langer Recherche haben wir uns dazu entschieden, komplett neue Beete nach einer bestimmten Methode anzulegen. Dazu legen wir auf die Fläche Hanfmatten, auf die dann ca. 15 bis 20 cm Kompost kommt. In diesen Kompost werden dann die Pflanzen gesetzt bzw. gesät. Man kann auch mit Pappe arbeiten, was wir aber auf Grund der Inhaltsstoffe der Pappe abgelehnt und uns für die teurere Variante mit den Hanfmatten entschieden haben. Als Kompost haben wir reinen Biogrünschnitt Kompost genutzt. Wir haben für alle Beete zusammen 18 m³ Kompost bestellt. Die Geschichte über den Kompost findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag. Um das Einwachsen der Wildkräuter von den Seiten zu verhindern, arbeiten wir mit Beetumrandungen. Für das Anlegen der Beete ergeben sich daher folgende Schritte:

 
  • Begradigung der geplanten Beetfläche
  • Erstellung einer Umrandung
  • Auslegen der Hanfmatte
  • Aufbringen vom Kompost
  • Pflanzen pflanzen/säen
  • Abdeckung mit Hackschnitzel

Als Beispiel zeige ich mal bebildert den Aufbau von unserem Westbeet. Es handelt sich um eine sehr sonnige Fläche, die sich an einem Abhang Richtung Bauwagen befindet. Auf der Fläche ist ein Metallrohr mit einem aufgebrachten historischen Metallrad. Nach Hinweisen von den Nachbarn haben wir raus gefunden, dass der Opa das mal als Kinderkarussell für die Enkel gebaut hat. Es kam daher auch der Wunsch auf, dass wir das Karussell sicher aus der Erde holen. Des Weiteren gab es eine Metallstange (wahrscheinlich zum Teppichklopfen auf der Fläche) und eine alte Hollywoodschaukel, welche zu einem Tomatengewächshaus umgebaut war (leider habe ich davon kein Bild gemacht). Das Tomatenhaus konnten wir mit Hammer und etwas Überredung vom Abbau überzeugen. Bei den Metallstangen (die offentsichtlich einbetoniert waren) konnte es nur mit der Hilfe von Bodo (unserem Bagger) vorgenommen werden.

Beetfläche mit Metallstange
Beetfläche mit Kinderkarussell
Sicht von der Beetfläche Richtung Bauwagen

Nach einiger Arbeit mit dem Bodo (viel mehr als erwartet) konnte ich die Verankerung der Metallstange aus dem Boden holen. Ich war denn voller Hoffnung, dass es mit dem Karussell Fundament schneller gehen würde. Leider hat sich das als Trugschluss herausgestellt. Die Stange war sehr tief vergraben und mit sehr viel Beton gesichert. Ich habe mehrere Stunden gebaggert und wir konnten sie schließlich mit vereinten Kräften aus dem Boden holen.

Nach der Bergung des Rohres und Übergabe des Karussells an die Nachbarn habe ich, soweit es meine Baggerkünste zulassen, das Gelände soweit wie möglich eingeebnet. Ziel war es natürlich, soviel Beetfläche wie möglich zu gewinnen und ein halbwegs gerades Beet zu erhalten.

Um auch unter der Hanfmatte gute Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen (ab dem zweiten Jahr stoßen die Pflanzen durch die Matte durch), haben wir den Boden mit Hilfe einer Grabegabel (Hilde haben wir sie getauft) gelockert und anschließend mit der Ilse (eine elektrische Bodenfräse) die Erde fein gefräst und auch den Boden begradigt. Zur Besseren Orientierung habe ich mir eine Leine gespannt.

Bei der Arbeit sind wir auf weitere Dinge gestoßen. Unter anderem einen weiteren sehr großen Stein, welchen wir wiederum mit vereinten Kräften aus dem Boden bergen konnten.

Die Arbeit nimmt ihren Lauf. Stück für Stück wird es eine gerade, halbwegs ebene Fläche.

Die Umrandung des Beets haben wir mit einem abgeflammten Brett realisiert. Damit das Beet beim ersten Regen nicht abrutscht, haben wir den Hang mit Steinen gesichert.

 

Im nächsten Schritt haben wir die Hanfmatten ausgelegt und den Kompost drauf verteilt.

Schließlich ist das Beet angelegt und bepflanzt. Wir haben Melonen, Tomaten, Salate, Steckrüben, Fenchel, Zucchini und Sellerie gepflanzt. Wir hoffen auf eine reiche Ernte.

20.05.2022 Hackschnitzel und Gewitter

Es war ja immer das Ziel die Beete mit Hackschnitzeln abzudecken. Mit unserem kleinen eigenem Häcksler sind sind wir nicht wirklich gut voran gekommen und durch die Hitze waren wir quasi nur noch am Gießen, da der frische Kompost nicht viel Wasser aufnimmt und es sehr schnell verdunstet. Daher haben wir uns entschieden, einen großen Holzhäcksler zu leihen, um die Produktion von Holzschnitzel zu beschleunigen. Nach ca. 6 Stunden hatten wir unser verfügbares Holz in Hackschnitzel umgewandelt und auf die Beete verteilt.

In der Nacht hatten wir starke Gewitter und Regen. Zum Glück gab es keinen Hagel und all unseren Pflanzen geht es gut.

26.04.2022 - 30.04.1011: Eine Radreise in ein neues Leben

Am 26.04.2022 hatte ich meinen letzten Tag als Gruppenleiter bei der Bosch Sensortec GmbH in Reutlingen. Meine Kollegen haben mir ein sehr schönes Abschiedsfest organisiert. Ich war dort für 11 Jahre tätig und habe ein Messlabor aufgebaut. Nach all dieser Zeit und vielen schönen Erinnerungen ist es mir besonders schwer gefallen Lebewohl zu sagen. Um mich auf mein neues Leben, von einer Führungskraft in der Industrie zu einem Mitglied einer Selbstversorger Gemeinschaft, vorzubereiten, war die Idee mit dem Rad direkt vom Abschiedsfest zu starten und in 5 Tagen von Reutlingen nach Boblas zu fahren.