Bernis Blog

In diesem Blog möchten wir die Möglichkeit geben, unseren Aktivitäten und den Fortschritt der EULE zu verfolgen. Berichten werden wir über unsere Tätigkeiten in der Selbstversorgung und den Ausbau des Hauses. Des Weiteren geben wir einen kleinen Einblick, wie es ist in einer Gemeinschaft zu leben.

Wie konzentrieren uns voll und ganz auf den Aufbau der EULE und machen diesen Blog so einfach wie möglich. Es gibt daher keine Formulare, Kommentarfunktionen oder andere technische Raffinessen. Wer Fragen und Informationen hat, kann uns gerne eine Mail an info@eule-boblas.de schicken.

Wir sind weder Bauprofis, noch kennen wir uns bisher im Gemüseanbau oder der Selbstversorgung aus. Es ist daher nicht unser Ansinnen zu zeigen wie es geht, sondern alle Interessierten mit auf den Weg zu nehmen.

Übersicht

Juli 2024: Neue Bewohner auf dem Eulenhof

Wir haben bereits in den ersten beiden Jahren mit vielen Schnecken zu tun gehabt. Sie lieben und unser Gemüse und fressen teils über Nacht ganze Pflanzen weg. Dieses Jahr, aufgrund der Nässe, schlägt allerdings alles was wir bisher erlebt haben. Wir haben tausende Nacktschnecken die einfach alles vertilgen was sich Ihnen in den Weg stellt.

Da Gift für uns keine Lösung ist und sämtliche andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind haben wir uns entschieden Laufenten zu halten.

Dazu haben wir den alten Schweinestall reaktiviert. Ein Maschendrahgehäuse macht den Stall Fuchs und Mardersicher, Kalk desinfiziert den Stall und ein Boden aus Lehm und Stroh macht den Stall angenehm für die neuen Bewohner.

Wir haben eine Erpel und zwei Enten. Der Erpel heißt Eckbert, die Damen Edeltraut und Emma.

Bereits nach einigen Tagen laufen sie selbstständig in den Garten und am Abends zurück in den Stall. Sie lieben es zu Baden und sitzen die meiste Zeit unter dem Holunderbusch.

Leider haben sind sie bisher noch keine so große Gefahr für die Schnecken und machen eher Urlaub.

April und Mai 2024: Eine neue Fassade entsteht, Solarthermie auf dem Dach

Da wir zur Installation der Solarthermie ein Gerüst für das Haus benötigen, war es nur sinnvoll dieses Gerüst gleichzeitig zur Bearbeitung der Fassade zu benutzen. Die Fassade teilt sich in zwei Bereiche. Im Bereich des Erdgeschosses handelt es sich um Naturstein-, Ziegel-, und Lehmwände, welche erstmal aufgearbeitet werden mussten bevor dann schließlich ein Kalkputz aufgebracht werden kann. Im ersten Stock handelt es sich um eine Fachwerkwand, in der die Balken von Nägeln befreit, gesäubert und gestrichen werden mussten, während die sogenannten Taschen zwischen den Balken mit mehren Putzlagen aufgearbeitet werden mussten bevor sie gestrichen werden konnten.

Zum Vergleich ein paar Bilder vor und nach der Bearbeitung.

 

Zur Erklärung der einzelnen Schritte eine Wand als Beispiel. Alle Arbeiten wurden soweit wie möglich genauso durchgeführt wie zur Entstehung des Hauses im 18 Jahrhundert. Der Lehm ist direkt vom Grundstück und wurde mit der Hand mit Stroh und Sand gemischt und schließlich an die Wand geworfen.

Ein paar weitere Eindrücke der großen Fassadenaktion

April 2024: Reparatur vom historischen Türsturz

Leider ist der historische Türsturz gebrochen. Wir haben ihn durch eine Fachfirma ausbauen und reparieren lassen. 

Januar 2024: Wie weit ist die Renovierung?

Nach unserem schweren Entschluss das Konzept zu ändern und einer kurzen Pause haben wir den Umbau wieder in Angriff genommen. Wir müssen zum Glück nur ein paar bauliche Anpassungen machen. So benötigen wir z.B. mehr Toiletten und für das Cafe und die Küche nehmen wir Abstand vom Stampflehmboden im Erdgeschoss. Folgende Fortschritte haben wir gemacht:

  • Die Heizung ist installiert und in Betrieb genommen. Sie hat den Namen „Der schöne Heinrich“
  • Die letzte Lücke im Haus ist mit einer Tür geschlossen worden
  • Der Boden im zweiten Stock ist gelegt
  • Der Küchenofen ist in Betrieb genommen
  • Wir haben ein provisorisches Bad mit Dusche
  • Mein provisorisches Büro für Schnurlos-spurlos ist eingerichtet
  • Die ersten Decken sind gemacht
  • Die Außenküche hat einen Betonboden bekommen und wurde gestrichen

Sommer 2024: Eine schwere Entscheidung

Ende Juli hatten wir Besuch von der Katja von dem YouTube Kanal „love peace and om“. Sie hat einen wunderschönen Film über uns gemacht. Eigentlich wollten wir am Ende des Videos einen Aufruf nach neuen Mitglieder unser Lebensgemeinschaft machen. Allerdings hatten wir nach der Trennung von unser dritten Person, einigen Wochen Reflektion und vielen Stunden Gespräch beschlossen unser Konzept für den Ort zu ändern und von dem Konzept der Lebensgemeinschaft abschied zu nehmen. In unseren neuen Konzept werden wir die Praxis von der Johanna nach Boblas holen, zwei Ferienwohnungen vermieten und ein Hofcafé betreiben.

12.07. bis 14.07.2023 Große Gemeinschaftsaktion

Vier Tage lang haben wir mit vielen fleißigen Helfern (8 bis 10 Menschen) Lehmbau betrieben. Wir haben im kompletten Erdgeschoss, teilweise im 1. und 2. Stock Lehmunterputz an die Wände gebracht. Wir konnten den Lehm verwenden, den wir vor einigen Wochen aus de Scheune geholt hatten. Es ist ein tolles Gefühl das eigene Material zu verwenden.

Jeden Tag gab es ein schönes Essen und gute Gemeinschaft. Vielen Dank an alle Helfer.

08.07.2023 Die selbstgemachten Lehmsteine werden eingebaut

Wie am Tag der offenen Tür versprochen haben wir die, von den Gästen gestalteten, Lehmsteine im Haus verbaut. Sie bilden eine kleine Mauer im Treppenhaus und haben dort perfekt gepasst.

Vielen Dank nochmal an alle die einen Stein gemacht haben.

01.07.2023 Der 2. Tag der offenen Tür

Es war schon wieder  soweit. Wir haben den 2. Tag der offenen Tür bei uns veranstaltet. Wir hatten viel  zu tun, um den Hof und das Haus dafür vor zu bereiten. Dafür gab es zum ersten mal die Möglichkeit eine Toilette zu benutzen.

Es waren ca. 60 bis 80 Leute da, wir haben uns sehr gefreut und es war ein sehr schöner Tag. Vielen Dank an alle Besucher.

Als besonders Highlight konnten die Gäste dieses Jahr einen Lehmstein selbst gestalten und erstellen.

08.06.2023 Große Gemeinschaftsaktion in der Eule

In der „grünen“ Scheune soll ein Betonboden gemacht werden. In Zukunft soll hier die Werkstatt und unser Holzlager entstehen. Damit wir einen, zum Hof, ebenen Eingang in die Scheune bekommen, muss sehr viel Lehm aus der Scheune ausgehoben werden. Anschließend wird eine 15 cm dicke Schotterschicht und schließlich 12 cm Beton eingebracht. Bevor wir den Lehm mehrfach bewegen, hatten wir die Idee diesen Lehm direkt in den 2. Stock als Bodenvorlast einzubringen. Die Last ist notwendig, damit es nicht zu hellhörig ist und eine Trittschalldämmung vorhanden ist. Damit wir das umsetzten konnten benötigten wir zwei Schritte:

  • Die Vorbereitung des zweiten Stocks
  • Der Transport vom Lehm aus der Scheune in den zweiten Stock des Wohnhauses

Vorbereitung des zweiten Stocks

Damit der Lehm im zweiten Stock eingebracht werden kann mussten die Abwasser- und Wasserrohre verlegt und ein Rieselschutz ausgelegt werden. Des Weiteren musste noch eine ca. 20 cm große Lücke vom 2. Stock zum ersten Stock sowie eine große Lücke rund um den Schornstein geschlossen werden.
 
Da jede Wohnung ein eigenes Bad und eine kleine Küche hat, haben wir sehr viel Wasser- und Abwasserleitungen zu verlegen. Die Galerie zeigt exemplarisch das Abwassersystem für ein Bad.

Der Schornstein darf nicht direkt von Holz berührt werden. Es sollte ein Abstand von 5 cm bestehen, welcher dann mit Steinwolle gestopft wird. Leider war der Abstand noch ca. 20 cm. Um einen guten Schallschutz zu gewährleisten, habe ich die Lücke auf die 5 cm verkleinert.

Die Lücke zur Außenwand habe ich mit zwei aufeinander geschraubten Dachlatten und darauf geschraubten Brettern geschlossen. Zum Glück haben wir eine Schrauber, der um die Ecke schrauben kann, ohne diesen wäre es nicht möglich gewesen. Die Lücke habe ich gleich mit Lehmresten aus dem Haus gefüllt. Die Wasserohre habe ich verlegt und mit Lochband fixiert. Der Rieselschutz wird auf den Fehlboden getackert.

Der Transport vom Lehm aus der Scheune in den zweiten Stock des Wohnhauses

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, haben wir mit der Hilfe von vielen fleißigen Helfern den Lehm aus der Scheune in den zweiten Stock verbracht.

Vielen Dank an alle Helfer.

Am Ende haben wir alles mit Lehm ausgefüllt. Leider bleibt noch viel Lehm übrig für den wir noch eine Verwendung finden müssen und aktuell einen großen Haufen auf dem Hof bildet.

26.05.2023 Abstrahlung der Holzdecke und Natursteinwand

Im zukünftigen Gemeinschaftsraum gibt es eine denkmalgeschützte Holzdecke. Seit langem wissen wir, dass Sie eines Tages abgeschliffen werden muss. Mehrere Tage kopfüber die Decke abzuschleifen hat uns große Sorgen bereitet. So haben wir uns nach Alternativen umgesehen und eine Firma gefunden, die sich auf das Sandstrahlen von historischen Gebäuden spezialisiert hat. Nach einer Besprechung haben wir uns darauf geeinigt, dass sie die Decke, sowie zwei Balken im Erdgeschoss und die Natursteinwand rund um die Haustür abstrahlen. Das Ergebnis ist super, und es hat nur ein Vormittag lang gedauert. Wir können das nur empfehlen.

16.05.2023 Große Fortschritte im Haus

Nach mehreren Tagen Workshop und Unterstützung von Freunden haben wir große Fortschritte im Hausausbau gemacht.

  • Im Erdgeschoss wurden
    • Wasserleitungen verlegt
    • Wände mit Schilfrohrmatten ausgekleidet
    • Eine Trockenwand wurde erstellt
  • Im 1. Stock wurden
    • Die Heizkreisverteiler angeschlossen
    • Die ersten Wasserleitungen verlegt
    • Neue Innenwände erstellt
    • Die Elektrik zum Teil verlegt
    • Die Außenwände mit den verlegten Heizungsleitungen  mit Lehmunterputz versehen
    • Die offenen Gefache neu ausgemauert
    • Die Gefache verputzt
    • Schallschutzwände mit Leichtlehm gebaut
 
 
 

Arbeiten im Erdgeschoss

Bei den Wasserleitungen haben wir uns für bereits isolierte Verbundrohre entschieden. Wir haben länger diskutiert, ob das unserem ökologischen Anspruch entspricht. Da die Wasserleitung zum Haus sowie schon aus Plastik sind und das ganze auch noch bezahlbar sein soll haben wir uns schweren Herzens für diese Lösung entschieden. Die Verlegung dieser bereits isolierten Rohre ist sehr angenehm.
 
 

Die Wände im Erdgeschoss waren sehr uneben, mit vielen Löchern und unterschiedlichen Materialien. Damit die Wärme von der Wandheizung nicht nur in die ca. 80 cm dicken Naturstein und Lehmwände geht haben wir Schilfrohrmatten mit Hilfe von Lehm und Dübel angebracht. Dazu haben wir die tiefsten Löcher mit Leichtlehm aufgefüllt, den alten Lehm durch Wasser und Bürste wieder aktiviert, mit der Putzmaschine Lehmputz aufgebracht, abgezogen und schließlich die Schilfrohrmatten angedrückt und fest gedübelt.

Die Trockenwände bauen wir mit einem Holzständer, Lehmbauplatten und einer Füllung aus Hanf. Diese Art von Wänden ist ökologisch, stabil und absorbiert gut den Schall.

Arbeiten im 1. Stock

Wir werden im ganzen Haus mit Wandheizungen arbeiten. Die Heizleitungen werden direkt auf der Wand (allen Außenwänden) angebracht und dann mit Lehmputz bedeckt. Die Heizung arbeitet mit sehr niedrigen Temperaturen, die Vorlauftemperatur liegt zwischen 25°C und 35°C. Alle Leitungen von einem Stockwerk laufen an einem Heizkreisverteiler zusammen, dort werden sie vom Heizraum aus mit dem Vor- und Rücklauf versorgt. Elektronische Regler und Sensoren in den Räumen steuern die Temperatur in den Räumen.

 

Die offenen Gefache im ersten Stock haben wir mit Lehmbausteinen oder mit Ziegelsteinen ausgemauert bevor sie dann mit Lehm verputzt wurden.

Wir wollen auf engen Raum wohnen, der Schallschutz zwischen den Wohnungen ist uns wichtig. Daher haben wir die Wände zwischen den Wohnungen mit einer zusätzlichen Leichtlehmwand verstärkt. Ein weiterer Vorteil von dieser Wand ist, dass wir viele Leitungen und Rohre darin verstecken konnten, da es in den Fachwerk nicht so leicht ist Elektro- und Wasserleitungen unter zu bringen.

 

Auch im ersten Stock entstehen Innenwände. Wir haben ein Auswahl an unterschiedlichen Typen. Wie im ersten Stock gibt es Trockenbauwände mit Lehmbauplatten, eine Wand welche wir mit Schilfrohrmatten und Leichtlehm aufbauen sowie (noch nicht abgeschlossen) eine Wand aus Lehmbausteinen.

04.04.2023 Endlich wieder ein Update

Der letzte Blogeintrag ist leider sehr lange her. Das Projekt Abwasser hat eine Zeitlang all meine Energie benötigt, und dann kam der Winter. Wie es immer so ist, hatten wir einige Themen aufgeschoben: „Es wird schon nicht so schnell kalt.“ Leider war es denn auf einmal -10°C und wir hatten so einiges zu erledigen. Seit Januar kämpfe ich ein bisschen mit meinem „Tennisellbogen“ und Computerarbeit hat sich als noch schlechter rausgestellt, als andere Arbeiten. Wir haben in den letzten Monaten an vielen Themen gearbeitet.

  • Der Abschluss vom Projekt Abwasser außen inklusive Strom- und Wasserleitungen
  • Einbringen vom Glasschaumschotter im Erdgeschoss
  • Die Terrasse für den Bauwagen
  • Eine Wand mit Fenster für die Außenküche
  • Unser erster beheizter Raum im Haus
  • Abwasserrohre im Haus
  • Verlegen der ersten Wandheizungsrohre im 1. Stock
  • Die erste Geburtstagsfeier im Haus
  • Aufräumen vom Garten
  • Umgestaltung vom Birkenplatz
 
Im Anschluss findet ihr ein paar Bilder zu einzelnen Projekten, ich habe noch nicht alles erstellt. Ich werde zukünftig wieder regelmäßig Updates schreiben.
 
 
 
 
 

Einbringen vom Glasschaumschotter im Erdgeschoss

Nachdem in einer Punktlandung die Abwasserohre fertig waren konnte es am nächsten Tag mit dem Glasschaumschotter weitergehn. Dieser kommt im Erdgeschoss unter den Stampflehm, welcher unser endgültiger Bodenbelag sein wird. Da der große LKW nicht bei uns auf dem Hof fahren konnte, wurden die Big Packs auf dem Dorfplatz abgeladen und wir haben sie denn mit einem Traktor auf den Hof gebracht. Anschließend haben wir den Inhalt der Säcke durch die Fenster ins Haus geschüttet, dort verteilt und fest gerüttelt. Leider hat die Menge nicht ganz gereicht (Der Physiker und Handwerkermeister hatten sich wohl verrechnet), so haben wir am Abend noch weitere Big Packs bei geholt. Zum Glück hatte jemand noch welche über.
 
 
 
 
 

Die Terrasse für den Bauwagen

Bei  -10°C und Schnee macht nachts der Spaziergang über den Hof zur Toilette nicht wirklich Spaß, außerdem fehlt bei 9 m² für zwei Personen einfach ein bisschen Platz für Jacken, Stiefel und co. Daher hatten wir bereits im Sommer die Terrasse geplant, ein Tag vor dem Schnee haben wir schließlich losgelegt, und dann im Scheinwerferlicht und Schnee gearbeitet. Wir waren denn sehr froh, das wir die Toilette direkt vor dem Wagen haben und mehr Stauraum. Das Dach ist noch provisorisch. Mal sehen ob wir es schaffen vor dem nächsten Schnee dran zu arbeiten 🙂
 
 
 

15.10.2022 Drachenfest in Boblas

Am Samstag hat das jährliche Drachenfest in Boblas statt gefunden. Das Fest wird von der freiwilligen Feuerwehr und dem Heimatverein Dorfleben e.V. ausgerichtet. Als Eule waren wir auch mit einem Stand vertreten. Wir haben vegane Pfannkuchen (Eierkuchen ohne Eier) in zwei verschiedenen Varianten angeboten. Zum einen einen deftigen Linsenpfannkuchen mit Gemüse und einen süßen Bananen-Buchweizenpfannkuchen mit selbstgemachten Apfelmus, Zimt und Zucker oder Schokolade.

Bei sehr warmen und trockenem Wetter sind viele Menschen gekommen. Es war ein schönes Fest, welches mit einem Fackellauf incl. Schatzjagd für die Kinder, sowie Lagerfeuer für die Erwachsenen am Abend zu Ende ging.

Das Zubereiten der Pfannkuchen hat Spaß gemacht und ich bin vom Kochen mit Gas begeistert. Ich habe viel gelernt, so werden wir die Pfannkuchen z.B. im nächsten Jahr anders nennen. Scheinbar war vielen nicht ganz klar, was genau sie erwartet.

Gern sind wir im nächsten Jahr wieder dabei.

 

08.10.2022 Das Projekt Abwasserrohre ist gestartet

Das Thema mit dem Abwasser beschäftigt mich schon sehr lange. Da es klar war, dass es eine größere Unternehmung ist, und ich lieber mit Strom und Kabel arbeite, als mit Wasser und Rohren, hatte ich gehörigen Respekt vor der Aufgabe. Nach längerer Recherche und Rückfrage bei Handwerkern sind wir nun endlich mit der Verlegung der Rohre gestartet.

Die Diskussion hat sich vor allem darauf bezogen, ob wir die Rohre hauptsächlich im Haus oder auf dem Hof verlegen. Nach etlichem Hin und her haben wir uns schließlich für die Verlegung außerhalb des Hauses entschieden. Um nicht das komplette Pflaster zu entfernen, haben wir uns für eine Verlegung direkt am Haus (wo kein Pflaster liegt) entschieden. Allerdings standen dort noch eine Menge Big Packs mit Lehm, welche wir zuerst verlegen mussten.

Das ganze wäre natürlich ein perfekter Job für unsere Dörte (Gabelstapler) gewesen, nur leider ist Dörte ja krank und kann aktuell nicht arbeiten. Daher haben wir uns einen kleinen Radlader gemietet und damit die Big Packs versetzt.

Anschließend ging es dann mit Bodo (unserem Mini-Bagger) zur Sache und es wurde kräftig gebaggert. Teilweise haben wir sehr schweren Tonboden, was den Bodo sehr fordert.

In den nächsten Tagen geht es weiter.

16.09.2022 Besuch von Studierenden und Interessierten

Unser Tag der offenen Tür war bereits in einigen Studierenden-Mailverteilern gelandet. So waren bereits einige junge Leute an diesem schönen Tag bei uns. In Folge dessen wurden wir nochmal gefragt, ob sich eine Gruppe unser Projekt anschauen darf. Wir haben uns sehr gefreut und selbstverständlich dem Besuch zugestimmt. So durften wir 14 interessierte, junge Menschen begrüßen. Wir haben ihnen in mehreren Gruppen die Gebäude, den Garten und unser Konzept vorgestellt. Vielen Dank an alle Teilnehmer, wir hoffen wir konnten so einige Inspirationen geben.

 
 
 

22.08.2022 Die ersten Holunderbeeren sind reif

Holunder haben wir sogar letztes Jahr schon mal zur Probe geerntet und Saft gemacht. Im letzten Jahr waren wir relativ spät, daher waren viele Trauben schon vetrocknet. Wir haben daher fest vorgenommen, im diesem Jahr die Beeren in mehreren Etappen zu ernten, um die meisten Beeren im opimalen Zustand zu ernten. Heute haben wir angefangen und mit der Hilfe einer Freundin die ersten Beeren gepflückt, abgestrippt und zu Saft gekocht. Die Freundin hatte sogar noch Beeren mitgebracht. Unser Tagesergebnis lässt sich sehen. Aus einem Teil des Saftes habe ich eine Suppe gekocht, mit dem Trester habe ich Holunderessig angesetzt. Es ist nur ein geringer Teil geernet, dass heißt wir dürfen uns auf viele weitere Flaschen von dem gesunden und leckeren Saft freuen.

 
 

12.08.2022 Brotbacken mit Lizzy

Ich wollte gern auch mit unserer Lizzy (Solarkocher) versuchen Brot zu backen. Dafür habe ich ein Mischbrot mit Hefe gewählt und nach dem Gehen mit einem Abstandsrost auf Backpapier in die große Pfanne gelegt.

Anschließend kommt die Pfanne mit dem Brot in die ausgerichtete Lizzy. Meine große Frage war: Mit oder ohne Deckel. Habe mich dann für den Deckel entschieden und diesen für die letzten Minuten entfernt.

Nach ca. 1,5 Stunden war das Brot fertig. Wenn man den Deckel wegnimmt, verbrennt das Brot sehr schnell. Ich habe es daher nach wenigen Minuten etwas weiter gedreht. Mittlerweile habe ich rausgefunden, dass man immer den Deckel benutzt und diesen am Ende nur eine Spalt öffnet.

 

Das Ergebnis lässt sich sehen. Das Brot ist allerdings sehr kompakt. Es besteht noch Verbesserungspotential.

Das Brot war aber trotzdem sehr lecker und von der Sonne gebacken!

 

August 2022: Weitere Konservierung von Erntegut

Nachdem wir unsere 30 Kg Kirschen verarbeitet hatten, ging es im August weiter mit der Konservierung. Folgende Dinge haben wir gemacht:

  • Apfelmus
  • Apfelringe
  • Äpfel eingekocht
  • Zucchini eingekocht
  • Sauerkraut angesetzt
  • Zucchini und Gurken fermentiert
  • Schüttelgurken
Unser schöner Gewölbekeller füllt sich langsam. Für die nächste Woche haben wir nochmal riesige Zucchini zu verarbeiten. Des Weiteren kommen die ersten Holunderbeeren und Pflaumen in die Reife.
 

23.07.2022 Tag der offenen Tür

Wir waren sehr gespannt auf unseren Tag der offenen Tür. Wir haben alles sehr akribisch geplant und viel gearbeitet, um rechtzeitig mit allem fertig zu sein. Dank der Unterstützung von vielen Menschen, haben wir noch einiges an Lehm ins Haus eingebracht und haben damit Platz auf dem Hof geschaffen. Einen Tag lang haben wir den Hof aufgeräumt und gefegt. Am Freitag haben wir Essen vorbereitet und auf dem Hof Plätze zum Essen und Trinken eingerichtet. Am Samstag morgen hat es noch kurz geregnet, worüber wir uns sehr gefreut haben. Im Laufe des Tages wurde das Wetter immer besser, es war nicht so heiß und sehr angenehm.

Es war ein sehr tolles Fest. In Summe waren ca. 60 Personen zu Besuch auf unserem Hof. Wir hatten ein buntes Buffet, zu dem alle beigetragen haben. Es gab einen regen Austausch und wir haben viele neue Leute kennen gelernt und viele neue Kontakte geknüpft. 

Ein großer Dank an alle Besucher und an alle, die uns beim Tag der offenen Tür unterstützt haben. Wir freuen uns auf nächste Mal.

Stampflehmwand im Wohnhaus

Im ersten Stock arbeiten wir an einer Stampflehmwand. Um diese zu erstellen, mussten wir erstmal eine Lattung installieren. Auf die Lattung wird dann eine Schilfmatte befestigt, welche Stück für Stück nach oben gerollt wird. Hinter der Matte wird der Lehm gestampft. Wir haben ca. 20 Tonnen Lehm in Big Packs auf dem Hof stehen, welcher mit Hilfe von Eimern und unserem Gabelstapler in den ersten Stock verbracht werden müssen. Zum Glück haben wir viele Freunde und Bekannte, die uns bei dieser Arbeit helfen. Vielen Dank hiermit an alle Helfer.

 

09.07.2022: Die Entstehung unserer Außenküche

Zu Beginn haben wir behelfsmäßig mit einer kleinen Elektroherdplatte und einem Wasserkocher im Bauwagen gekocht. Fließend warmes Wasser war nicht vorhanden. Für das Backen vom Brot und Kuchen, sowie der Herstellung von Aufstrichen bin ich einmal die Woche nach Naumburg gefahren um dort eine Küche zu nutzen. Es wäre daher sehr sinnvoll eine Küchenmöglichkeit vor Ort zu haben. Da unser Gemeinschaftsraum mit Küche im Wohnhaus noch lange nicht fertig ist, haben wir beschlossen eine Außenküche aufzubauen und zu priorisieren. Ausgewählt haben wir den Raum neben unserem Anschlussraums mit dem Wasser und Strom. Da wir später noch Abwasserrohre in dem Raum zu verlegen haben, war das Ziel die Küche möglichst einfach wieder demontierbar zu machen. Weitere Ziele waren, fließend warmes Wasser, einen Kühlschrank und eine Übergangslösung für das Abwasser.

Raum für die Außenküche
Der Raum für die Außenküche
Stampfehmboden
Stampfehmboden

Als erstes haben wir den Bauschutt aus dem Raum entfernt. Da wir ja später noch Abwasserrohre verlegen müssen und auch keine Zeit haben, haben wir einen Möglichkeit für einen einfachen Boden gesucht. Nach einiger Überlegung ist ein noch zur Verfügung stehender Sack mit Lehm eingefallen.  Kurzerhand haben wir beschlossen einen Stampflehmboden zu machen. Wir haben also den Boden so gut es ging begradigt und denn mit dem Lehm bedeckt, welchen wir dann festgestampft haben.

 

Auf dem Gelände befindet sich eine gebrauchte große Küche, welche wir im Nebengebäude gelagert hatten. Wir haben ein paar Schränke ausgewählt und in den Raum verbracht. Für die Edelstahlspüle, in der denn auch ein Wasserboiler vorgesehen ist, habe ich im ersten Schritt eine Holzfront gebaut an der denn auch der Boiler befestigt werden kann.

 
Bau der Holzfront
Bau der Holzfront
Ausgwählte Küchenschränke
Ausgwählte Küchenschränke

Für einen Kühlschrank, Boiler, Herd und Licht wird natürlich Strom benötigt. Aktuell bekommen wir Strom über eine 32 Ampere Stromleitung vom Nachbarn. Ich habe daher einen Sicherungskasten mit FI-Schutzschalter und Sicherungen mit einem Anschluss für die Leitung gebaut. Dieser kann dann später auch einfach an den Hauptsicherungskasten des Hauses angeschlossen werden.

 
Elektrik der Küche
Elektrik der Küche
Einbau des Boiler
Einbau des Boiler

Der Boiler mit einer neuen Armatur habe ich in die Spüle eingebaut. Die Wasserversorgung findet über einen  Schlauch statt. Der Boiler wird von der Holzfront gehalten. Das Abwasser soll vorerst in ein Gefäß geleitet werden und von dort per Pumpe und Schlauch zum Abwasserkanal verbracht werden.

 

Natürlich benötigen wir eine große Küchenplatte. Da es sich um eine Übergangsküche handelt wollten wir keine teure Küchenplatte kaufen. Die Johanna (unsere Holzexpertin) hat daher eine Küchenplatte aus mehren, noch vorhandenen Brettern, zusammengeleimt, gehobelt und geschliffen.

Küchenplatte
Küchenplatte
Einbau der Küchenplatte
Einbau der Küchenplatte

Die Küchenplatte haben wir nach Abschluss der Bearbeitung in die Küche eingebaut. Damit nichts von der unverputzten Wand in unser Essen rieselt haben wir die Wände mit einer Folie abgedeckt. So langsam wird uns klar, das wir weit weit weg von einer provisorisch und leicht demontierbaren Küche sind.

Da wir nun sowie schon weit weg von unser provisorischen Lösung waren, haben wir auch noch einen Küchenspiegel eingebaut.

 
Küchenplatte mit Küchenspiegel
Küchenplatte mit Küchenspiegel
Herd mit Küchenspiegel
Herd mit Küchenspiegel

Den Herd habe ich mit einer neuen Küchenplatte verstehen und ebenfalls einen Küchenspiegel installiert. Die Elektrik habe ich auf einer Holzplatte installiert.

Die Küchenspiegel haben wir denn noch mit Folie beklebt. Den Kühlschrank haben wir aufgestellt und die Schränke ausgerichtet. Damit war unsere Küche fertig. Wir können jetzt mit fließend warmen Wasser abwaschen, das Abwasser wird automatisch abgepumpt, wir können kochen und Backen und haben Licht. Es ist ein großer Schritt für uns und es ist eine sehr interessanter Erfahrung diese „Standards“ für zwei Monate nicht zu haben. Man kann es wieder ganz anders wertschätzen.

 
Fertige Küche
Fertige Küche
Fertige Küche
Fertige Küche

05.07.2022: Verarbeitung von Kirschen

Wir haben die Möglichkeit bekommen bei Freunden die Kirschen zu ernten. Eine solche Möglichkeit lassen wir uns natürlich nicht nehmen und haben uns auf den Weg gemacht. Am Vormittag haben wir uns auf die Leitern begeben und gepflückt. Wir haben ca. 30 kg Kirschen gepflückt.  Verarbeitet haben wir die Kirschen zu Saft, Marmelade, Fruchtleder. In der Hauptsache haben wir sie eingekocht.

08.06.2022: Wasserfässer aufstellen und Weg zu Wilma anlegen

Um möglichst viel Regenwasser zum Gießen zu gewinnen, wollen wir viele Wasserfässer aufstellen. Um auch gut an das Wasser ran zu kommen, müssen die Fässer höher gestellt werden. Neben unseren Bauwagen wollen wir zwei Fässer stellen. Das war unsere Aufgabe für heute.

 

Das Bild zeigt die Startbedingung. Ein unebener Lehmboden neben dem Bauwagen (Wilma)  und das erste Wasserfass, welches das Wasser der hinteren Dachrinne aufnehmen soll. Auch zu sehen sind ein paar Gewegplatten, die wir auf die Schnelle zum Wagen gelegt hatten. Wenn es regnet wird der Lehmboden sehr schnell zu einer gefährlichen Rutschpartie. Ziel für war es, das Regenfass sicher und stabil aufzustellen, des Weiteren ein weiteres Fass aus dem Garten zu holen und ebenfalls aufzustellen. Bonusziel war den Weg neu zu machen, den Boden zu ebnen und etwas anzusäen. 

 

Als erstes haben wir das  bisher stehende Wasserfass ausgekippt und entfernt. Sofort stellte sich damit die schon angedeutete Rutschpartie ein. Das Ganze hat aber auch noch einen Vorteil, wie wir ein wenig später festgestellt haben.

Nach einer ersten Analyse haben wir beschlossen, die Fässer mit Ziegelsteinen (von denen wir mehr als genug haben) zu unterlegen. Da wir eine gewisse Höhe haben wollten, war mir das einfache Stapeln der Ziegelsteine nicht sicher genug. Und da zeigte ein kurzer Test, das der Boden dort den besten Lehm bietet. Die Rutschpartie hatte also auch Vorteile. So hatte ich quasi den Zement direkt vor den Füßen. Wenn ich mehr gebraucht habe, einfach Wasser drauf und fertig.

 
 

Da wir zwei Fässer aufstellen wollen, habe ich zwischen den beiden Fässern eine richtige kleine Mauer gemacht, auf der wir denn auch etwas abstellen können.

 
 

Schließlich waren die Stützen fertig und wir konnten das erste Fass aufsetzen. Das zweite Fass haben wir aus dem Garten geholt (war gar nicht so einfach) und auch auf die vorbereiteten Stützen gebracht. Es steht sogar perfekt im Wasser (ich bin ein bisschen Stolz 😉 )

 
 

Wir haben denn noch Splitt zwischen beide Fässer verteilt, damit es keine Rutschpartie gibt, wenn man dort mit Wasser hantiert und auch die Brennesseln keine Überhand gewinnen. Zu guter Letzt haben wir den kompletten Bereich vor Wilma gelockert, begradigt und Wegplatten auf Splitt neu verlegt. Zur Krönung haben wir am Ende noch Blumen in den Boden gesät. Damit war das Tagwerk getan und das Ziel erreicht.

Jetzt müssen wir noch die Dachrinnenabflüsse in die Fässer führen. Dafür müssen wir wohl mal eine Ausfahrt zum Obi machen.

 

Wie sieht ein typischer Tag in der Gemeinschaft aus?

Ich möchte in diesem Blogbeitrag einmal einen typischen Tag in unserer Lebensgemeinschaft beschreiben. Aktuell ist die Johanna neben der Arbeit auf dem Hof in ihrer Praxis tätig. Jule und ich können derzeit unsere ganze Zeit in die Arbeit auf dem Hof stecken. Jeder von uns hat seine Aufgaben. Wir starten morgens zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, dokumentieren den vergangenen Tag und planen den neuen. Wir haben drei Bücher zur Dokumentation: Das Pflanzbuch mit der Dokumentation über unsere Pflanzen, unser Logbuch mit der Dokumentation unserer Tätigkeiten, sowie die Dokumentation unserer Arbeitsstunden für den Umbau/Ausbau des Hauses. 

Bereits vor dem Frühstück starten wir den Tag mit Meditation, Pflanzencheck, Schnecken absammeln und Frühstücksvorbereitungen. Jeder hat morgens seine Aufgaben. Die Jule ist unsere Pflanzenflüsterin, während die Johanna sich um die Ordnung im Wagen kümmert und ich das Frühstück zubereite.

Nach der Planung des Tages starten wir mit dem Arbeiten. Die Johanna fährt meist in die Praxis und Jule und Ich starten mit den Arbeiten auf dem Hof. Mittags koche ich etwas zu essen (natürlich auch für die Johanna am Abend).

Am Dienstag ist mein Küchentag, ich backe Brot und mache Brotaufstriche. Davor kaufe ich die Lebensmittel die wir noch dazu benötigen ein.

Am Samstag haben wir meist unseren „Lommeltag“. Das ist unser freier Tag, an dem jeder tut was er möchte. Grundsätzlich sprechen wir allerdings nicht von Arbeit und Nicht-Arbeit, wir leben die Gemeinschaft und die Tätigkeiten auf dem Hof.

 
 
 

25.05.2022: Den Gewölbekeller restaurieren

Auf dem Hof befindet sich ein Gewölbekeller. Der Keller befindet sich nicht unter dem Haupthaus, sondern im Garten. Wir haben bereits im Oktober 2021 die Natursteinwand an der Treppe repariert und zum Teil neu aufgebaut. Im Keller befanden sich noch über 50 Konserven,  welche diesen wohl seit ca. 50 bewohnten. Ein Beweis, dass Einkochen definitiv für lange Zeiten möglich ist. Als erstes haben wir sämtliche Konserven ausgeräumt und diese auf dem Kompost entsorgt. Sie wären zum Großteil tatsächlich noch essbar gewesen, machten denn aber doch nicht mehr so den gehaltvollen Eindruck. Wir haben denn bei einer genaueren Untersuchung festgestellt, dass das Regal im unteren Teil komplett verrottet ist. Daher haben wir entschieden, ein neues Regal zu bauen bzw. die defekten Teile auszutauschen. Während die Jule den Keller gesäubert hat und die ganzen Gläser auf den Kompost gebracht hat, habe ich das neue Regal gebaut und das Holz abgeflammt. Später habe ich das Regal komplett montiert und an den Wänden verankert, die Tür mit einem neuem Verschlussmechanismus versehen und wieder leicht gangbar gemacht. Zuletzt habe ich denn noch die Treppe gesäubert.

 

Wie ein Beet entsteht

Nach langer Recherche haben wir uns dazu entschieden komplett neue Beete nach einer bestimmten Methode anzulegen. Dazu legen wir auf die Beetfläche Hanfmatten aus, auf welche dann ca. 15 bis 20 cm Kompost kommen. In diesen Kompost werden dann die Pflanzen gesetzt bzw. gesät. Man kann auch mit Pappe arbeiten, was wir aber aufgrund der Inhaltsstoffe abgelehnt und uns für die teurere Variante mit den Hanfmatten entschieden haben. Als Kompost haben wir reinen Biogrünschnitt Kompost genutzt. Wir haben für alle Beete zusammen 18 m³ Kompost bestellt. Die Geschichte über den Kompost findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag. Um das Einwachsen der Wildkräuter von den Seiten zu verhindern arbeiten wir mit Beetumrandungen. Für das Anlegen der Beete ergeben sich daher folgende Schritte:

 
  • Begradigung der geplanten Beetfläche
  • Erstellung einer Umrandung
  • Auslegen der Hanfmatte
  • Aufbringen von Kompost
  • Pflanzen einpflanzen/säen
  • Abdeckung mit Hackschnitzel

Als Beispiel zeige ich mal bebildert den Aufbau von unserem Westbeet. Es handelt sich um eine sehr sonnige Fläche, die sich an einem Abhang Richtung Bauwagen befindet. Auf der Fläche ist ein Metallrohr mit einem aufgebrachten historischen Metallrad. Durch die Erzählungen von unseren Nachbarn haben wir herausgefunden, dass der Opa das mal als Kinderkarussell für die Enkel gebaut hat. Es kam daher auch der Wunsch auf, dass wir das Karussell sicher aus der Erde holen. Des Weiteren gab es eine Metallstange (wahrscheinlich zum Teppichklopfen auf der Fläche) und eine alte Hollywoodschaukel, welche zu einem Tomatengewächshaus umgebaut war (leider habe ich davon kein Bild gemacht). Das Tomatenhaus konnten wir mit Hammer und etwas Überredung vom Abbau überzeugen. Bei den Metallstangen (die offensichtlich einbetoniert waren) konnte es nur mit der Hilfe von Bodo (unserem Bagger) vorgenommen werden.

Beetfläche mit Metallstange
Beetfläche mit Kinderkarussell
Sicht von der Beetfläche Richtung Bauwagen

Nach der Arbeit mit Bodo (viel mehr als erwartet) konnte ich die Verankerung der Metallstange aus dem Boden holen. Ich war denn voller Hoffnung, dass es mit dem Karussell Fundament schneller gehen würde. Leider hat sich das als Trugschluss herausgestellt. Die Stange war tief vergraben und mit sehr viel Beton gesichert. Ich habe mehrere Stunden gebaggert. Schließlich konnten wir sie mit der Hilfe von unserem netten Nachbarn jedoch aus dem Boden holen.

Nach der Bergung des Rohres und Übergabe des Karussells an die Nachbarn habe ich, soweit es meine Baggerkünste zulassen, das Gelände soweit wie möglich eingeebnet. Ziel war es soviel Beetfläche wie möglich zu gewinnen und ein halbwegs gerades Beet zu erhalten.

Um unter der Hanfmatte gute Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen haben wir den Boden mit Hilfe einer Grabegabel (Hilde haben wir sie getauft) gelockert, anschließend die Erde mit der Ilse (eine elektrische Bodenfräse) fein gefräst und den Boden letztlich begradigt. 

Bei der Arbeit sind wir auf weitere Dinge gestoßen. Unter anderem auf einen sehr großen Stein, welchen wir wiederum mit vereinten Kräften aus dem Boden bergen konnten.

Die Arbeit nimmt ihren Lauf. Stück für Stück wird es eine gerade, halbwegs ebene Fläche.

Die Umrandung des Beetes haben wir mit einem abgeflammten Brett realisiert. Damit das Beet beim ersten Regen nicht abrutscht wurde der Hang mit Steinen gesichert.

 

Im nächsten Schritt haben wir die Hanfmatten ausgelegt und den Kompost drauf verteilt.

Schließlich sind die Beete angelegt und bepflanzt. Wir haben Melonen, Tomaten, Salate, Steckrüben, Fenchel, Zucchini sowie Sellerie gepflanzt und hoffen auf eine reiche Ernte.

20.05.2022: Hackschnitzel und Gewitter

Das Ziel war die Beete mit Hackschnitzeln abzudecken. Mit unserem kleinen eigenen Häcksler sind wir nicht wirklich gut vorangekommen und durch die Hitze waren wir quasi nur noch am Gießen, da der frische Kompost nicht viel Wasser aufnimmt und es sehr schnell verdunstet. Daher haben wir uns entschieden einen großen Holzhäcksler zu leihen, um die Produktion von Holzschnitzel zu beschleunigen. Nach ca. 6 Stunden hatten wir unser verfügbares Holz in Hackschnitzel umgewandelt und auf die Beete verteilt.

In der Nacht hatten wir starke Gewitter und Regen. Zum Glück gab es keinen Hagel und all unseren Pflanzen geht es gut.

26.04.2022 - 30.04.2022: Eine Radreise in ein neues Leben

Am 26.04.2022 hatte ich meinen letzten Tag als Gruppenleiter bei der Bosch Sensortec GmbH in Reutlingen. Meine Kollegen haben mir ein sehr schönes Abschiedsfest organisiert. Ich war dort für 11 Jahre tätig und habe ein Messlabor aufgebaut. Nach all dieser Zeit und vielen schönen Erinnerungen ist es mir besonders schwer gefallen Lebewohl zu sagen. Um mich auf mein neues Leben, von einer Führungskraft in der Industrie zu einem Mitglied einer Selbstversorger Gemeinschaft, vorzubereiten, war die Idee mit dem Rad direkt vom Abschiedsfest zu starten und in 5 Tagen von Reutlingen nach Boblas zu fahren.